Freitag, 1. April 2016

Blog-Aktion Tierisch beste Freunde

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Die liebe Karin von Sweetsixty ruft heute zu einer Blog-Aktion der etwas anderen Art auf. Es geht um unsere tierisch besten Freunde (insofern wir welche haben), und sie fragt nach unserer persönlichen Haustier-Geschichte. Zu diesem Thema habe einiges zu erzählen (Achtung, viel Text, aber auch einige Bildchen).

Aufgewachsen in Mietwohnungen, wo Haustiere zumeist verboten waren, erstreckte sich meine Haustier-Erfahrung auf einen Hamster, der leider recht schnell das Zeitliche segnete und auf einen Kanarienvogel, mit dem ich nicht viel anfangen konnte. Außer, dass er vermutlich der Grund dafür war, dass die Farbe Gelb lange Zeit meine Lieblingsfarbe war. Auch in meinem Umfeld gab es keine tierischen Vertreter, so dass ich zum Thema Haustier keine besondere Bindung aufgebaut habe.

Im Gegenteil, als ich meinen heutigen Mann kennenlernte, hatte seine Familie einen schwarzen Kater, der sich nicht gerne anfassen ließ, vor dem ich einen Heidenrespekt hatte, und der zu etlichen blauen Flecken meinerseits geführt hat, wenn ich mal wieder  - am Tisch sitzend - zusammengezuckt bin, weil er plötzlich von hinten angesprungen kam, und ich mir das Knie am Tischbein angeschlagen habe. Eva und Katzen bzw. Tiere im allgemeinen schienen völlig unkompatibel.

Viele Jahre später, als meine Tochter unbedingt einen Hasen haben wollte, habe ich meine ersten Erkundungen im zoologischen Bereich vollführt. Das Häschen vorsichtig gestreichelt, Salat gegeben und gemerkt, "der beißt ja gar nicht. Ist süß und weich und riecht schön nach Heu".

Doch dann hat eine Katze all meine bisherigen (tierischen) Erfahrungen auf den Kopf gestellt. Es war die Katze unserer Nachbarn, ein Freigänger, der nicht mehr viel Beachtung der Familie bekam, weil deren Kinder bereits aus dem Haus waren. Diese in die Jahre gekommenen Katzendame hat beschlossen, mich zu ihrer Lieblings-Nachbarin zu machen und hat sozusagen unser Grundstück zu ihrem gemacht. Wenn ich Wäsche aufgehängt habe, kam sie dazu, wenn ich im Garten gelesen habe, hat sie sich (anfangs mit gebührendem Abstand) dazu gelegt. Sie saß morgens auf der Terrasse, wenn ich die Rolläden hochgezogen habe und hat es sich abends auf unseren Gartenmöbeln gemütlich gemacht. 

Ich gebe zu, anfangs war ich nicht sehr begeistert. Ich habe versucht, sie zu verscheuchen, habe in die Hände geklatscht und "kschkschsksch" gemacht, aber das hat die Katzendame in keinster Weise beeindruckt. Es dauerte nicht lange, und sie durfte zu uns ins Wohnzimmer. Sie lag bei mir auf dem Sofa oder wahlweise auf dem Teppich, und wenn sie genug geschlafen hatte, ging sie wieder. 

Durch diese Nachbarskatze wurde meine Liebe zu Katzen geweckt. Sie hat mich im wahrsten Sinne des Wortes "erobert". Ich habe mich morgens schon gefreut, wenn die Katzendiva auf der Terrasse saß, oder wenn ich genau wußte, kaum bin ich im Garten, kommt sie angehoppelt. Wir haben uns gut angefreundet, und auch meine Familie mochte die Katzendame sehr gern.

Leider war sie schon ziemlich alt, und irgendwann kam sie nicht mehr. Hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber wir haben einige Tränchen verdrückt. Der Garten wirkte plötzlich so leer ohne sie. Und da wurde die Idee für eine eigene Katze geboren.

Es stand von Anfang an fest, dass es eine Katze mit einem besonders freundlichen Charakter sein sollte. Fauchende, bissige Spezies wollte ich auf keinen Fall. Nach kurzer Recherche stießen wir auf die Rasse "Heilige Birma Katze". Extrem liebenswürdig, verschmust und sehr menschenaffin. Heilige Birmakatzen sind im wahrsten Sinne des Wortes Familienkatzen. Sie sind unkompliziert, munter, spielfreudig, aufgeschlossen und nie bösartig. Birmakatzen vertragen sich mit Kindern ebenso problemlos, wie mit anderen Katzen und sonstigen Haustieren. Sie sind sehr anhänglich.

Wir fanden eine nette und vertrauenswürdige Züchterin und haben uns für ein kleines Katzenbaby in der Farbe "cremepoint" entschieden. (Mir ist heute noch nicht klar, wie die Züchterin die Unterschiede sehen konnte, denn im Babyzustand waren die Kätzchen alle reinweiß). Jedenfalls gab es eine regelrechte Bewerbungsphase, wir mussten uns "als würdig erweisen", so ein Kätzchen zu bekommen. Wir haben es mehrmals besucht, bis es gross genug war, von der Mutter getrennt zu werden. Es gab einen Vertrag, in dem wir zusichern mussten, dass diese Katze eine reine Hauskatze sein würde, sie wurde schon kastriert zu uns gebracht, damit es keine wilden unkontrollierten Vermehrungsaktionen gibt, und die Züchterin hat uns und unser Haus genau unter die Lupe genommen. Dann endlich war es soweit, uns kleines Katerchen wurde uns gebracht (ja, wirklich, wir sollten es nicht holen, die Züchterin hat es selbst gebracht).



Der kleine Kerl heißt Swetozar, was soviel bedeutet wie "Bote des Lichts" und wir waren ihm alle - ausnahmslos - von der ersten Sekunde an verfallen. Wir nennen ihn Sweti, wollten den Namen der Züchterin nicht ändern, die sich immer sehr viel Mühe mit der Namenswahl für ihre Schützlinge gibt.




Er hat bergseenblaue Augen, ist weiß mit zart creme geringelten Pfötchen und etwas cremenuancigem Schwanz. Für mich eine der hübschesten Katzen der Welt, ist ja klar :-).

Aber abgesehen von der Optik, ist er wirklich unheimlich freundlich und lieb. Man kann ihn jederzeit hochnehmen, er wehrt sich überhaupt nicht, kratzt und beißt nicht. Wenn wir nach Hause kommen, hört er schon den Schlüssel und sitzt mit schief geneigtem Köpfchen vor der Haustür. Er liebt Fisch, vor allem Thunfisch, und er wickelt uns alle um den Finger. Und ja, er darf auch mit uns oder den Mädels im Bett schlafen (er sucht sich das jeweils aus). Er kuschelt sich am Fußende ein, hat noch nie etwas kaputt gemacht und stört auch überhaupt nicht. Sein genüßliches Schnurren ist so schön, fast schon meditativ.


Jedesmal, wenn mein Blick auf unser Katerchen fällt, geht mein Herz auf. Er ist so süß! Auch wenn wir ihn mal mehrere Stunden oder einen Tag allein lassen, gibt es keine Probleme. Er freut sich, wenn wir wieder da sind und läßt sich dann ordentlich durchknuddeln.

Überall dabei, selbst unterm Mini-Trampolin

Ich habe noch keine Sekunde bereut, ihn zu haben. Auch wenn er natürlich Haare verliert und ich relativ oft staubsaugen muss. Selbst mein Mann, der anfangs eher skeptisch war ("ich will keine Katze, macht nur Arbeit, brauchen wir nicht") ist mittlerweile der allergrößte Fan. "Wo ist Sweti" ist schon eine Standardfrage, wenn er abends heimkommt.


Unser Sweti hat auch Freunde. Viele Nachbarskatzen kommen vorbei und "besuchen" ihn. 
So, das ist jetzt relativ viel Text geworden, aber er gibt meinen (Um-)Weg zum eigenen Haustier ziemlich treffend wieder. Ich habe meine Meinung um 180° geändert. Ist doch auch schön zu sehen, dass man damit manchmal gar nicht so schlecht fährt. 

Falls ihr auch etwas zu diesem Thema beitragen möchtet, dann schaut doch mal bei Sweet Sixty vorbei.












Kommentare:

  1. Als Kind hatte ich Katzen, mein Mann hatte bis vor ein paar Jahren auch noch welche (Jake und Elwood). Aaaaaber.... wir mögen es niemandem aufzwingen sich drum zu kümmern, wenn wir nicht da sind. Im Prinzip wäre ein Hund besser (siehe Ines) aber das ist ja dann gänzlich unmöglich wegzufahren, wie wir das tun. Also gibt es eben kein Tier.
    LG Sunny

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    1. Das mit dem Wegfahren ist die einzige Krux an der Sache. Aber wir haben zwei Töchter, mit denen wir uns halt absprechen müssen, damit wenigstens immer eine da ist, um sich um die Katze zu kümmern. Bis jetzt hat das immer gut geklappt.
      LG Eva

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    2. Wir machen oft mit Kind und Kegel, äh Vater Urlaub. Und ich bin nicht so der Ferienwohnungstyp und meist fiegen wir. LG Sunny

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  2. Was für ein schöner Kater! Ich bin eigentlich Katzenmensch - und was habe ich jetzt? Einen Hund.. genauer gesagt einen Pudel. Und ich überlege immer wieder, ob da nicht noch eine Katze passen würde. Über eine heilige Birma habe ich auch schon nachgedacht, meine Eltern hatten eine.. oder doch eine Maine Coon? Aber solange ich im Schichtdienst arbeite werden wir warten müssen. Das fällt mir sehr schwer, besonders wenn ich so schöne Fotos sehe..

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    1. Eine Maine Coone kann ja so eine Riesenkatze sein, eine Heilige Birma ist viel kleiner und zierlicher. Das war auch ein Argument für ein "Birmchen". Ein Hund braucht ja noch viel mehr Aufmerksamkeit und vor allem Auslauf, da ist eine Katze deutlich pflegeleichter. Obwohl ich auch schon über einen (kleinen) Hund nachgedacht habe... Vielleicht in ein paar Jahren.
      LG Eva

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    2. Ja, die Coonies können riesig werden... aber genau das finde ich so klasse! Wir haben einen zu klein geratenen Zwergpudel (ist fast ein Toy von der Größe her - warum das so ist, weiß ich auch nicht, sie wollte wohl klein bleiben) und die Vorstellung, dass unsere Katze größer ist als der Hund finde ich einfach lustig. Außerdem sind Maine Coons perfekte Hauskatzen und antiallergen (mein Sohn ist Allergiker). Wie das mit den Birmas ist, weiß ich nicht. Ein Hund ist schon was tolles, aber gegen eine Katze .. hm.. schwierig ;-) Wenn, dann nur noch Pudel! Die haaren nicht und riechen nicht so doll nach Hund.

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  3. Als absolute Katzenliebhaberin bin ich natürlich ganz verliebt in Euren Kater. Der ist wirklich sehr süß. Unser Kater kommt jetzt sehr in die Jahre, und ich weiß nicht, wie lange wir ihn noch haben. Hab ja schon öfters darüber geschrieben. Ein Tier ist wie ein Familienmitglied.

    Liebe Grüße Sabine

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